Beschwerden wie Energiemangel oder Erschöpfung – bis hin zum Burnout-Syndrom – sind immer weiter verbreitet. Solche Beschwerden werden häufig durch Dauerstress verursacht. Bei der typischen Behandlung wird man krank geschrieben, um sich zu erholen. Einem wird empfohlen, das eigene Leben zu entschleunigen oder einen Stressbewältigungskurs zu besuchen. Teilweise wird auch eine Psychotherapie oder sogar ein Antidepressivum verschrieben.

Trotzdem sind viele Betroffene nie wieder so belastbar wie vor der stressigen Phase. Der Grund: Die körperlichen Folgen von Dauerstress werden durch die gängige Behandlung nicht beseitigt. Dann KANN die Energie & Belastbarkeit nicht vollständig wiederkommen. Genau hier setzt die funktionelle Medizin an. Lies in diesem Blog-Artikel was funktionelle Medizin ist und wie sie dir helfen kann, von Dauerstress & Erschöpfung wieder zu Energie & Lebensfreude zu gelangen.

ZUSAMMENFASSUNG

  • Funktionelle Medizin wird auch Ursachenmedizin genannt. Arzt und Patient finden in Gesprächen auf Augenhöhe und durch gezieltes Messen die URSACHEN für die vorliegenden Beschwerden. Dann entwickeln sie gemeinsam einen passenden Plan, wie diese individuellen Ursachen behoben werden können. Symptome werden nicht überdeckt. Sie verschwinden, weil das zugrunde liegende Problem gelöst wird.
  • Viele gesundheitliche Folgen von Dauerstress lassen sich durch funktionelle Medizin messen und dann nachhaltig beheben.
  • Bei Dauerstress werden immens viele Nährstoffe verbraucht. Deswegen führt Dauerstress sehr häufig zu einem Mangel an Vitaminen, Eiweißbausteinen & Co. Ohne diese Bausteine können jedoch keine Botenstoffe für Antrieb, Energie und Motivation gebaut werden. Erschöpfung und Antriebslosigkeit sind die Folge.
  • Bei Stress aktiviert dein vegetatives Nervensystem (VNS) deinen ganzen Körper: du bist wach, konzentriert und bereit zu handeln. Ist der Stress vorbei, stellt dein VNS den ganzen Körper auf Entspannung ein: du erholst dich und regenerierst. Beide Zustände – Anspannung und Entspannung – sind wichtig für dich. Dauerstress bewirkt aber häufig, dass das “Umschalten” durch dein VNS nicht mehr klappt: du bist viel zu stark und vor allem ständig in Alarmbereitschaft. Diese Fehlregulation verhindert echte Erholung und kann zu verschiedensten Folgeerkrankungen führen.
  • Sowohl einen Nährstoffmangel, als auch die Fehlregulation deines VNS kann man messen! Und anschließend erkannte Probleme gezielt beheben. So kehren Energie, Antrieb, Motivation und Kraft automatisch zurück.

Sabine ist verzweifelt. Lange Zeit hat sie in ihrem Alltag viel geschafft. Sie war erfolgreich im Job und ihr Chef konnte sich immer auf sie verlassen. Sie hat sich in der Schule und im Sportverein ihrer Kinder engagiert und war immer für sie da – egal ob sie krank waren oder Streit mit der besten Freundin hatten. Sie hat Freunden und Nachbarn geholfen und den Haushalt geschmissen. Klar, sie war öfter müde und angespannt. Aber sie hat immer alles geschafft.

Dann kam der Zusammenbruch. Es ging einfach nicht mehr. Zur Arbeit oder zum Elternabend gehen? Abendessen kochen oder die kranke Nachbarin besuchen? Alles zu anstrengend! Sie war ständig gereizt und einfach müde.

Ihr Arzt hat sie für 6 Wochen krank geschrieben und eine Psychotherapie verordnet. Sabine hat viel nachgedacht und einiges verändert: Sie hat ihre Arbeitszeit reduziert und macht wieder Sport. Die Familie hilft mehr im Haushalt und sie sagt bei Aufgaben öfter “Nein”. Und trotzdem: die Energie kommt einfach nicht so richtig zurück. Viele Dinge, die ihr früher leicht gefallen sind, strengen sie auch Wochen nach der Behandlung noch an. Wird sie jemals wieder so belastbar sein wie früher?

Was tun bei Erschöpfung und Burnout?

So wie Sabine geht es in Deutschland vielen. Erschöpfung, innerliche Unruhe, Mangel an Energie oder Burnout sind häufig. Bei Frauen waren psychische Erkrankungen 2016 erstmalig die häufigste Ursache für das Fehlen am Arbeitsplatz. Viele dieser Erkrankungen sind eng mit Dauerstress verbunden.

Am besten ist es, rechtzeitig einen gesunden Umgang mit Stress zu lernen und erst gar nicht in diese Abwärtsspirale zu kommen. Denn Stress kann dir Kraft geben und gesund für dich sein, statt dich krank zu machen! Wie das geht, liest du in diesen beiden Artikeln: 1, 2.

Aber was kannst du tun, wenn du schon unter Erschöpfung leidest und häufig energielos bist? Oder aber dein normaler Alltag schon nicht mehr möglich ist und du bereits ein Burnout-Syndrom hast? Die übliche Behandlung ist dann ähnlich wie bei Sabine: Oft wird eine Psychotherapie oder ein Antidepressivum verschrieben. Es werden Entspannungs- und Stressbewältigungskurse empfohlen. Man soll mehr Sport machen und das eigene Leben überdenken, besser einen Gang zurückschalten.

Behandlung erfolgt – Erschöpfung bleibt

All diese üblichen Behandlungsmethoden sind richtig und wichtig! Aber reicht das? Für Betroffene zeigen sich ganz klar zwei Probleme:

  1. Das eigene Leben zu verändern, Entspannungsübungen und Sport in den Alltag zu integrieren sowie Stressbewältigungsmethoden zu erlernen, kostet Kraft. Wie bringe ich diese Kraft auf, wenn ich ständig müde und antriebslos bin?
  2. Viele Betroffene kommen nach einem Burnout oder einer schweren Erschöpfung nie wieder zu 100% auf die Füße. Es mangelt ihnen trotz der erfolgten Behandlung weiterhin an Energie, Konzentration und Tatendrang. Und auch bei Menschen, die “nur” häufig müde und etwas energielos sind, reicht das gängige Vorgehen meist nicht aus, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Um es auf den Punkt zu bringen: selbst wenn man bei Erschöpfung & Co alle üblichen Behandlungen und Empfehlungen umsetzt – was alles andere als leicht ist – erreichen die wenigsten wieder die Leistungsfähigkeit, die sie mal hatten.

Endlich wieder so richtig Energie haben! Aber wie?

Dabei ist den meisten dieser Menschen doch eigentlich nur eins wichtig: Mal wieder so richtig Energie haben! Morgens aufwachen mit einem Gefühl von “heute könnte ich Bäume ausreißen”! Das Leben wieder mit Rückenwind und Leichtigkeit meistern können!

Wieso erreicht man das durch die herkömmliche Behandlung nicht? Ganz einfach, eine wichtige Behandlungs-Säule kommt bei diesem üblichen Vorgehen komplett zu kurz: die Beseitigung der körperlichen Folgen von Dauerstress!

Dauerstress verursacht messbare Veränderungen im Körper (welche das sind, erkläre ich später im Artikel). Alle Symptome – die Erschöpfung, die Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, fehlende Energie usw. – lassen sich in einen klaren, medizinischen Zusammenhang mit diesen durch Dauerstress entstandenen, körperlichen Veränderungen stellen. Wenn die Veränderungen nicht behoben werden, bleiben die Symptome. 

Durch die üblichen Behandlungen kommen wir wieder mehr in Balance. Dann ruckeln sich mit der Zeit auch einige der ungesunden körperlichen Veränderungen wieder halbwegs zurecht. Aber:

  1. Das dauert meist unglaublich lange und ist sehr mühsam.
  2. Manchmal sind die ungesunden, körperlichen Veränderungen zu stark. Sie überfordern unseren Körper und es wird ohne ein Zutun von außen NICHT besser.
  3. Häufig wird es ohne Zutun von außen zwar wieder OKAY, aber nicht mehr so wie vorher. Man kommt wieder klar, aber von der alten Leistungsfähigkeit kann man nur träumen. Leben mit Gegenwind statt Leichtigkeit eben.

Ursachen beheben mit funktioneller Medizin

Wenn das Befinden schlecht bleibt oder sich nicht ausreichend bessert, kann man Symptome überdecken. Antidepressiva verschreiben, zum Beispiel. Oder man kann die Ursachen finden und beheben! Und die Erschöpfung so nachhaltig und vollständig hinter sich lassen!

Das macht funktionelle Medizin. Sie wird auch Ursachenmedizin genannt. Arzt und Patient finden in Gesprächen auf Augenhöhe und durch gezieltes Messen die URSACHEN für die vorliegenden Beschwerden. Dann entwickeln sie gemeinsam einen passenden Plan, wie diese individuellen Ursachen behoben werden können. Symptome werden nicht überdeckt. Sie verschwinden – einfach weil das zugrunde liegende Problem verschwindet.

Funktionelle Medizin bei Stress

Ursachenmedizin ist bei den gesundheitlichen Folgen von Dauerstress unglaublich wertvoll. Mein Wunsch ist, dass mehr Menschen das verstehen und die funktionelle Medizin für sich nutzen können.

Dazu sind natürlich zum einen Ärzte (oder Heilpraktiker) notwendig, die in funktioneller Medizin geschult sind. Unten gebe ich dir noch einige Tipps, wie du so jemanden finden kannst. Zum anderen ist aber auch wichtig, dass du verstehst was funktionelle Medizin alles für dich tun kann, wenn du an Erschöpfung, Energiemangel oder Burnout leidest. Deswegen möchte ich dir hier kurz und knapp Antworten auf zwei Fragen geben:

  1.  Welche ungesunden körperlichen Veränderungen treten bei Dauerstress auf?
  2. Was kann ein in funktioneller Medizin geschulter Arzt messen und tun, um diese negativen körperlichen Veränderungen gemeinsam mit dir zu beheben?

Frage 1: Welche ungesunden körperlichen Veränderungen treten bei Dauerstress auf?

Dauerstress verursacht Nährstoffmangel

Bei Stress werden Stresshormone ausgeschüttet, Cortisol und Adrenalin zum Beispiel. Stresshormone haben einen schlechten Ruf, weil sie dir schaden können, wenn du dauerhaft einen zu hohen Stresslevel hast. Aber in der richtigen Dosis sind sie nicht nur gesund, sondern auch unglaublich wertvoll. Denn sie machen dich wach und leistungsfähig.

Um diese Stresshormone zu bauen, braucht dein Körper die passenden Bausteine:  Eiweißbausteine (Aminosäuren), Vitamine und Co. (Details dazu hier). Bei Dauerstress ist es allerdings selbst bei optimaler Ernährung fast unmöglich ausreichend Nährstoffe nachzuliefern. Die Folge: ein Nährstoffmangel! Besonders häufig mangelt es bei viel Stress an B-Vitaminen und Magnesium. Auch essentiell notwendige Aminosäuren fehlen oft.

Dieser Nährstoffmangel führt zum einen dazu, dass nicht mehr genug Stresshormone gebaut werden können. Die Folge ist leider nicht, dass du die Gelassenheit in Person bist und entspannt dein Leben genießt. Die Folge ist vielmehr, dass dir selbst für Kleinigkeiten die Kraft  fehlt. Du bräuchtest Energie, dein Körper möchte aktivierende Stresshormone ausschütten – aber es geht einfach nicht!

Zum anderen werden dieselben Nährstoffe auch für andere Prozesse gebraucht: gut funktionierende Abwehrkräfte, erholsamer Schlaf, gesunde Haut, Muskelaufbau usw. Auch diese Prozesse laufen dann bei einem Nährstoffmangel nur noch auf Sparflamme. Das merkst du daran, dass du häufig Infekte bekommst, schlechter schläfst, Haut und Haare leiden, Entzündungen und Allergien zunehmen usw.

Fazit: Eine sehr häufige körperliche Veränderung bei Dauerstress ist ein Mangel an Nährstoffen. Dieser macht sich mit diversen unangenehmen Symptomen bemerkbar. Auch Erschöpfung wird häufig durch einen Nährstoffmangel (mit)verursacht.

Dauerstress macht echte Erholung unmöglich – und das hat Folgen

Darüber hinaus kann Dauerstress auch deine Fähigkeit zur Erholung massiv beeinträchtigen. Um das zu verstehen, möchte ich dich zu einer kurzen Reise in deinen Körper einladen. Vereinfacht beschrieben braucht dein Körper zwei Zustände:

  • Manchmal ist Entspannung wichtig. Damit dein Körper sich regeneriert und erholt, Reparaturprozesse ablaufen und du Essen in Energie umwandeln kannst. Dafür muss z.B. deine Verdauung und dein Immunsystem aktiv sein.
  • Manchmal ist es wichtig, dass du voller Energie Leistung bringen kannst. Dafür ist es z.B. notwendig, dass dein Herz schneller schlägt, du schneller atmest und Zucker im Blut bereit gestellt wird. Denn dann hast du jede Menge Sauerstoff und Energie für die anstehende Herausforderung. Andere Prozesse – Verdauung, Erholung & Co. – werden runtergefahren. Denn alles auf einmal geht nicht.

Dass dein Körper stets passend zur aktuellen Situation auf An- oder Entspannung eingestellt ist, ist eine großartige Leistung! Für diese Leistung ist dein sogenanntes vegetatives Nervensystem (VNS) verantwortlich. Das VNS  besteht aus zwei Gegenspielern: einem aktivierenden Teil (Sympathikus) und einem entspannenden Teil (Parasympathikus). Beide Teile bestehen aus Nerven, die deinen Organen, Drüsen und Muskeln jeweils passende Signale senden:

  • Wenn dein Gehirn zum Beispiel verkündet “Achtung, du hast jede Menge Arbeit zu schaffen” dann tritt der Sympathikus in Aktion: dein ganzer Körper erhält von ihm “wach und leistungsfähig”-Signale. Dadurch schlägt dein Herz schneller und deine Atmung beschleunigt sich. Deine Nebenniere schüttet Botenstoffe aus, die dich wach machen usw. Gleichzeitig fährt der entspannende Teil deines VNS, der Parasympathikus, runter und hat nur noch wenig Einfluss.
  • Ist die stressige Situation geschafft, passiert der umgekehrte Vorgang: dein Sympathikus hört auf, deinem Körper “wach und leistungssfähig”-Signale zu schicken. Dafür wird der Parasympathikus deutlich aktiver und stellt deinen ganzen Körper auf Erholung und Regeneration ein.

Es ist unglaublich wichtig, dass diese Regulation gut funktioniert. Denn wir brauchen unbedingt beide Zustände – Anspannung und Entspannung – für ein gesundes und lebenswertes Leben!

Dauerstress kann allerdings dazu führen, dass es zu einer Fehlregulation des VNS kommt. Dein Sympathikus ist dann ständig aktiv und dein Parasympathikus nicht mehr stark genug, um gegensteuern zu können. Ist das der Fall, kann alles um dich herum ruhig und entspannt sein – dein Körper erhält trotzdem “wach und leistungsfähig”-Signale. Du steckst in einer ständigen Alarmbereitschaft fest. Regenerations- und Reparaturprozesse können kaum mehr ablaufen. Das führt zum einen zur Erschöpfung, denn der Mensch ist nicht dazu gemacht in ständiger Alarmbereitschaft zu sein. Zum anderen verursacht es über kurz oder lang verschiedenste Folgeerkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Herz-Erkrankungen, etc.).

Fazit: durch Dauerstress verlernt dein Körper in den Erholungsmodus zu wechseln. Du kannst dich nicht mehr gut erholen, selbst wenn die äußeren Umstände ruhig und dafür passend sind. Erschöpfung und chronische Erkrankungen sind die Folge.

Frage 2: Was kann die funktionelle Medizin für dich tun?

Nährstoffe und Stresshormone messen und auffüllen

Eine häufige Folge von Dauerstress ist, wie oben erklärt, ein Mangel an Nährstoffen. Deinem Körper fehlen z.B. B-Vitamine, Magnesium oder Eiweißbausteine, die Aminosäuren. Wichtige Prozesse können nur noch vermindert ablaufen. Auch Stresshormone, notwendig für Energie und Leistungsfähigkeit, können nur mehr begrenzt ausgeschüttet werden.

In der funktionellen Medizin kann zum einen deine Versorgung mit diversen Nährstoffe gemessen werden. Im Laborbefund wird ein Mangel schwarz auf weiß sichtbar und es kann gezielt gegengesteuert werden. Hierfür sollte man zum einen natürlich seine Ernährung anpassen. Aber um den erhöhten Bedarf bei einem Mangel zu decken, sind auch passend dosierte Nahrungsergänzungsmittel wichtig. Ein in funktioneller Medizin geschulter Arzt wird in einem Gespräch über deine Beschwerden und deine Ernährung erkennen, welche Nährstoffe bei dir gemessen werden sollten. Dann wird er die Messergebnisse mit dir besprechen und passende Vitalstoff-Präparate und Ernährungsveränderungen empfehlen.

Neben der Versorgung mit Nährstoffen kann auch dein Level an verschiedenen Botenstoffen gemessen werden. Du erinnerst dich, viele Botenstoffe (z.B. die Stresshormone Adrenalin oder Dopamin) können bei Dauerstress irgendwann nicht mehr ausreichend gebildet werden. In Urin- oder Blutproben kann aber bestimmt werden, wieviele Botenstoffe du von einer bestimmten Sorte noch zur Verfügung hast. Bist du zum Beispiel häufig unkonzentriert und dir fehlt Antrieb und Motivation, deutet das auf einen Mangel des Botenstoffes Dopamin hin. Bist du häufig niedergeschlagen und angespannt, kann ein Mangel des Botenstoffs Serotonin die Ursache sein. Zeigt eine Messung, dass einige Botenstoffe zu wenig vorhanden sind oder das Verhältnis zueinander nicht stimmt, kann auch hier gezielt gegengesteuert werden. Zum Beispiel können die Bausteine, die für den zu wenig vorhandenen Botenstoff wichtig sind, hochdosiert als Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden.

Fazit: Es können also sowohl ein Nährstoffmangel, als auch ein Mangel an Botenstoffen durch Messungen festgestellt werden. Das ermöglicht ein passgenaues Auffüllen. Und mit dem jeweiligen Mangel verschwinden auch die Symptome.

Analyse des vegetativen Nervensystem

Eine zweite häufige Folge von Dauerstress war ja, dass dein vegetatives Nervensystem (VNS) deinen Körper in ständige Alarmbereitschaft versetzt. Du möchtest gerne wissen, ob das bei dir der Fall ist? Ob dein VNS noch dazu in der Lage ist, deinen Körper auf Erholung einzustellen oder ob der aktivierende Teil bereits zu stark ist?

Auch für diese Fragestellung gibt es ein in vielen Studien untersuchtes und weltweit wissenschaftlich anerkanntes Messverfahren: die VNS-Analyse. Bei diesem Verfahren macht man es sich zu nutze, dass dein VNS beeinflusst, wie schnell dein Herz schlägt (Herzfrequenz, HR). Denn in jeder Minute deines Lebens sorgt das VNS dafür, dass sich die Frequenz deines Herzschlags an die jeweiligen Umstände anpasst. Bei Stress schlägt dein Herz schneller, bei Sport ebenso und auch beim Einatmen schlägt es etwas schneller als beim Ausatmen. So kann dein Herz dich in den verschiedensten Situationen optimal mit Blut versorgen.

Diese ständig variierenden Abstände zwischen zwei Herzschlägen wird Herzfrequenzvariabilität (HRV) genannt und bei der VNS-Analyse gemessen. Wenn dein VNS gut funktioniert, passt sich dein Herzschlag deutlich besser an. Deine Herzfreuquenzvariabilität (HRV) ist dann höher. Wenn das VNS nicht mehr so gut regulieren kann, passt sich der Herzschlag deutlich weniger an äußere Umstände an. Die HRV ist niedriger. Über eine mathematische Auswertung der gemessenen Herzfrequenz wird sichtbar, ob eine Überaktivität des Sympathikus und/ oder eine zu geringe Aktivität des Parasympathikus vorliegt. Es kann also ganz klar erkannt werden, ob du zu stark in der Anspannung feststeckst.

In den beiden folgenden Bildern kannst du dir einmal ein Ergebnis bei gesunder bzw. fehlgesteuerter VNS-Regulation ansehen:

Abb. Gesunde VNS-Regulation: Die Sympathikus-Aktivität (SI-Wert) und die Parasympathikus-Aktivität (RMSSD-Wert) sind im grünen Bereich.  (Quelle: www.vns-analyse.de)

Abb. VNS-Analyse zeigt eine deutliche Fehlregulation: Der Sympathikus ist überaktiv (SI-Wert) und die Parasympathikus-Aktivität (RMSSD-Wert) stark erniedrigt.  (Quelle: www.vns-analyse.de)

Die Messung erfolgt über einen Brustgurt und dauert ca. 10 Minuten. Zeigt sich – trotz subjektiven Stressempfinden – eine normale Regulation, dann kannst du beruhigt sein: dein Körper kann aktuell (noch) sehr gut mit der Belastung umgehen. Zeigt sich eine Fehlregulation, kannst du mit dem messenden Arzt oder Heilpraktiver eine individuell passende Therapie absprechen. Zum einen helfen hier die gängigen Empfehlungen bei zuviel Stress (Entspannungsübungen, Stressbewältigung etc.). Es gibt aber auch verschiedene, ergänzende Möglichkeiten, die die Wiederherstellung der normalen VNS-Regulation  unterstützen und beschleunigen können (z.B. Homöopathische Präparate, Therapie mit Sauerstoff).

Was du jetzt tun kannst

Der Blog-Artikel hat dir hoffentlich gezeigt: wenn du Dauerstress hattest und deine Erschöpfung einfach nicht wieder so richtig los wirst, ist nicht irgendwas verkehrt bei dir! Es sind vielmehr messbare, medizinisch logische Ursachen noch nicht behoben worden! Und beim Beheben dieser Ursachen kann die funktionelle Medizin dir eine wunderbare Hilfe sein.

Natürlich ist es auch absolut notwendig, deinen persönlichen Auslösern für Dauerstress auf den Grund zu gehen und sie aus deinem Leben zu verbannen oder zumindest abzumildern. Du solltest also unbedingt auch lernen, wie man Stress auf gesunde Art und Weise managen kann. Dabei können Sport, Stressbewältigungs- und Entspannungskurse oder auch mal eine Psychotherapie eine große Hilfe sein. Aber zum einen sind diese Möglichkeiten eben nicht alle Behandlungs-Säulen in der Stressmedizin. Und zum anderen kann dir die funktionelle Medizin helfen, Kraft für nötige Veränderungen zurück zu erlangen.

Du glaubst, dass dir funktionelle Medizin helfen könnte? Dann ist es wichtig, dass du einen für dich passenden Arzt oder Heilpraktiker findest. Dazu möchte ich dir noch kurz ein paar Tipps geben:

  • Eine Möglichkeit: du googelst “funktionelle Medizin” oder “VNS-Analyse” oder “orthomolekulare Medizin” (= Medizin, die Krankheiten durch das Auffüllen von Vitalstoffen behandelt) zusammen mit deinem Wohnort
  • Eine andere Möglichkeite: einige Hersteller von VNS-Analysegeräten oder Präparaten, mit denen man Nährstoff-Defizite auffüllen kann, bieten eine “Therapeutensuche” an. Hier findet man natürlich nicht alle Anbieter, aber ein Versuch ist es wert. Zum Beispiel kannst du bei www.vnsanalyse.de oder bei neurolab.eu nach Ärzten suchen.

Du möchtest gerne noch besser verstehen, was bei Stress in deinem Körper passiert? Und vor allem lernen, was du tun kannst, damit Stress dich nicht krank macht, sondern dir stattdessen Kraft gibt? Kraft, durch die du alles, was dir wichtig ist, voller Energie meistern kannst? Genau dafür biete ich den Kurs “Wie Stress dir Kraft gibt, statt dich krank zu machen” an.  Denn ich bin absolut überzeugt: Stress gehört zum Leben dazu! Ihn zu verstehen und für sich zu nutzen, ist entscheidend für ein glückliches und gesundes Leben.