Eine ganz wichtige Frage für viele Menschen ist: „Wie schaffe ich es, mich mal wieder so richtig voller Energie und ganzheitlich wohl zu fühlen?“ Dazu gibt es unzählige Empfehlungen, Tipps und Ratschläge. In einer 4-teiligen Blog-Serie möchte ich unterschiedliche Wege zu mehr Gesundheit beleuchten und dir Tipps geben, wie du einen für dich passenden Weg findest. In Teil 1 der Serie liest du, ob die klassische Schulmedizin dir dabei helfen kann, dich so richtig gesund zu fühlen.

Das Schulmedizin-Schema: Symptom X >> Medikament Z

Wenn sich gesundheitliche Probleme einstellen, wird nicht selten versucht, das „möglichst schnell“ mit Medikamenten zu lösen. Der übliche Ansatz der Schulmedizin ist: jemand hat Symptom oder Krankheit X, dann bekommt er Medikament oder Behandlung Z. Danach hat man i.d.R. weniger Symptome, die Krankheit wird erstmal unterdrückt. Z.B. „Ich habe Kopfweh + ich nehme Aspirin = ich habe weniger Kopfweh.“

Bild: Der übliche, schulmedizinische Ansatz

Die Schulmedizin hilft bei schweren, akuten Erkrankungen

Der schulmedizinische Ansatz ist bei schweren, akuten Erkrankungen immens wichtig und funktioniert häufig gut. Denn bei akuten Erkrankungen gibt es oft EIN klares Problem (z.B. eine bakterielle Infektion, wie etwa eine Lungenentzündung) und EINE passende Lösung (z.B. ein Antibiotikum, dass hilft, die Bakterien zu bekämpfen). Hier leistet die Schulmedizin großartiges und rettet Leben. Wenn du also an einer akuten Erkrankung leidest, die nicht mit Bettruhe und sanften Alternativen zu behandeln ist, kann die Schulmedizin dir helfen.

Bei chronischen Problemen versagt die Schulmedizin

Aber bei chronischen Erkrankungen (= dauern über einen langen Zeitraum an) und bei schwer greifbaren Problemen wie z.B. häufiger Erschöpfung ist der Durchbruch bisher ausgeblieben. Hier versagt die Schulmedizin, da es hier sehr selten DIE EINE Ursache gibt. Meist ist es eher eine Summe aus mehreren, individuellen Faktoren, die solche gesundheitlichen Probleme verursachen. Und dann haben Medikamente zwei entscheidende Nachteile:

  • Medikamente haben Nebenwirkungen. Nebenwirkungen, die massiv die Lebensqualität beeinträchtigen können. Nebenwirkungen, die gerade dann, wenn jemand mehrere Medikamente nimmt, richtig gefährlich werden können: Pharmakologen gehen davon aus, dass jedes Jahr in Deutschland mehrere tausend Menschen an Nebenwirkungen von Arzneimitteln sterben – mehr als im Straßenverkehr – und es zu 500.000 schweren unerwünschten Nebenwirkungen kommt [1].
  • Medikamente beseitigen bei chronischen oder schwer greifbaren Problemen selten eine der tatsächlichen Ursachen. Und schon gar nicht die komplette, individuelle Summe an Ursachen. Es hat z.B. ganz sicher kein Mensch häufig Kopfschmerzen, weil ihm Aspirin fehlt. Hier könnten vielmehr Verspannungen, Stress, Unverträglichkeiten und vieles mehr mögliche Ursachen sein. Medikamente bewirken hier nicht, dass du WIRKLICH wieder in Balance kommst (siehe “Was ist Gesundheit”).

Medikamente können bei chronischen Problemen evtl. Symptome mindern. Aber zum einen muss man dafür oft einen hohen Preis zahlen und zum anderen wird das zugrunde liegende Problem nicht nachhaltig gelöst. Die Folge sind eher andere gesundheitliche Probleme als vorher und nicht keine gesundheitlichen Probleme mehr.

Die bessere Alternative: Ganze Menschen sehen und Ursachen beheben

Medikamente sind daher keine nachhaltig wirkungsvolle Lösung, um sich mal wieder so richtig gesund und voller Energie zu fühlen. Es lohnt sich vielmehr, die URSACHEN für seine gesundheitlichen Probleme zu finden und diese zu beheben.

Dieser Weg ist nicht leicht, weil er voraussetzt, dass Menschen sich selber gut kennen, bereit sind dazu zu lernen und die Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Weil er voraussetzt, dass Ärzte ganze Menschen sehen, ihnen zuhören und sie individuell behandeln (und ein solches Vorgehen auch angemessen bezahlt bekommen). Weil es voraussetzt, dass Menschen bereit sind, auf schnelle (scheinbare!) „Lösungen“ zu verzichten, um mittel- und langfristig ihre Gesundheit zu erhalten.

Was du tun kannst

Noch fördert unser Gesundheits-System leider verstärkt eine von Geräten und Medikamenten geprägte Medizin. Eine Medizin, die den Menschen in seine Bestandteile zerlegt (z.B. der Kardiologe behandelt das Herz, der Orthopäde den Rücken). Aber auch bevor sich das ändert, kann jeder Einzelne was für sich tun, um (wieder) nachhaltig mehr Gesundheit und Energie zu spüren:

  • Übernehme Verantwortung für deine Gesundheit – lerne dazu und frage dich immer, wenn es dir nicht gut geht: woran könnte das liegen? Vielleicht hilft dir hierbei ja das Gesundheits-Puzzle.
  • Nimm nur wenn unbedingt nötig Medikamente. Frage dich vorher immer, ob du nicht besser was anderes tun kannst (z.B. bei einer Erkältung Ruhe und Tee, statt Hustenblocker und Kopfschmerztablette). Das ist im Alltag oft nicht leicht, aber schon kleine Maßnahmen können viel bringen, um wirklich wieder in Balance zu kommen.
  • Suche dir einen Arzt oder auch andere Therapeuten (z.B. Heilpraktiker, Osteopathen), die bereit sind, mit dir nach den Ursachen für deine gesundheitlichen Beschwerden zu suchen. Und zwar ganzheitlich – also auch durch Zuhören und nicht nur durch ein Blutbild. Höre dich im Bekanntenkreis um oder google deine Stadt kombiniert mit “Ganzheitliche Medizin” oder „Integrative Medizin“. Das ist nicht leicht, solange Ärzte Röntgen & Medikamente verschreiben besser bezahlt bekommen, als Gespräche. Aber es gibt solche Ärzte und die Suche lohnt sich bestimmt.

Wie ist deine Erfahrung bisher: verschreibt dein Arzt schnell mal Medikamente oder schöpft er erstmal Alternativen aus? Und neigst du selber eher dazu, mit Medikamenten „schnell wieder gesund“ werden zu wollen oder suchst du nach Ursachen? Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen im Kommentar mit mir teilst.

[1] Ewe, T. (2001). Tausende unnötiger Todesfälle. Retrieved August 2, 2018, from https://www.wissenschaft.de/allgemein/tausende-unnoetiger-todesfaelle/